Für wen ist Low Carb geeignet?

Nicht für Jeden ist Low Carb zwingend die richtige Ernährungsweise, kann aber für viele Menschen äußerst hilfreich sein. Schließlich hat diese Form ernährungstherapeutisch zahlreiche Vorteile zu bieten. Dabei sollte Low Carb als dauerhafte Ernährungsumstellung durchgeführt werden, nicht als kurzfristige Diät.

Etliche Fallberichte zeigen, dass Menschen mit Low Carb ihr Gewicht regulieren konnten, teils erstaunliche gesundheitliche Verbesserungen erlebten oder endlich ihre gesunde, körpergerechte Ernährung gefunden haben.

Eine individuell angepasste Low Carb – Ernährung kann hilfreich sein für

Menschen mit Gewichtsproblemen
Diabetiker
Menschen mit einer Fettleber
Menschen mit Migräne oder Kopfschmerzen
Epileptiker
Menschen mit Krebs
Menschen mit Reizdarm und Magen-Darm-Problemen
Menschen mit Alzheimer und Demenz
Menschen mit Herzkreislauferkrankungen
Menschen mit Arteriosklerose
Menschen mit Fibromyalgie
Menschen mit vielerlei gesundheitlichen Beschwerden
Wichtig: besser Fett als Eiweiß erhöhen

Menschen mit Gewichtsproblemen

Wenn man abnehmen möchte, ist eine Low Carb – Ernährung in den meisten Fällen ideal. Natürlich kann man auch mit der herkömmlichen kohlenhydratbetonten Ernährung Gewicht verlieren, indem man die Kalorien stark reduziert und fettarm isst, aber hält man das auf Dauer durch? Die meisten Menschen bewältigen das nicht lange. Sie quälen sich für ein paar Wochen durch eine Hungerzeit, in der sie nicht nur schlecht gelaunt sind, sondern sich auch noch elend fühlen. Am Ende haben sie die mühsam abgehungerten Kilos wieder auf den Hüften oder sogar noch mehr dazu bekommen. Dies ist auch als Jojo-Effekt bekannt.

Bei einer Low Carb–Ernährung nutzt der Körper über die Nahrung zugeführtes sowie körpereigenes Fett zur Energiegewinnung. Dabei halten die Mahlzeiten lange satt, Heißhungerattacken bleiben aus und es müssen in der Regel keine Kalorien gezählt werden. Die Folge ist in den meisten Fällen Gewichtsverlust und Wohlgefühl.

Bei Untergewicht ist es wichtig, auf eine gute Fettzufuhr mit gesunden Fetten zu achten. In der Regel stabilisiert sich das Gewicht innerhalb von wenigen Wochen oder Monaten.

für wen ist Low Carb geeignet?

Diabetiker

Mit der Umstellung auf eine kohlenhydratreduzierte Ernährung in Form von Gemüse, gesunden Fetten, Fleisch, Eiern, Nüssen und wenig Milchprodukten stabilisiert sich der Blutzucker, Schwankungen bleiben aus. Dies wiederum verringert den Insulinbedarf. Oft können Medikamente reduziert werden oder entfallen sogar gänzlich.

Wichtig: vor allem Typ-1-Diabetiker, aber auch medikamenten- oder insulinpflichtige Typ-2-Diabetiker sollten den Wechsel auf Low Carb unbedingt medizinisch begleiten lassen, am besten von einem aufgeschlossenen Arzt. Typ-1-Diabetiker sollten über die Ketoazidose informiert sein.

Menschen mit einer Fettleber

Eine dauerhaft kohlenhydratlastige Ernährungsweise kann die Leber verfetten. Besonders ein hoher Anteil an Fructose (Fruchtzucker) ist hier problematisch. Auch Kinder und Jugendliche sind gefährdet, denn Fructose (Maissirup, Fructose-Glucose-Sirup, Isoglucose und weitere) findet sich fast immer in Softdrinks, Eis, Süßigkeiten uvm. Die Folge ist eine NAFLD, eine nicht alkoholische Fettleber (aus dem Englischen „Non-Alcoholic Fatty Liver Disease“). Ca. 30-40 % der Erwachsenen in Deutschland sind mittlerweile von einer Leberverfettung betroffen, viele ohne es zu wissen. Eine Low Carb–Ernährung kann auch hier helfen und unterstützen. Die beste Prophylaxe gegen eine Fettleber ist eine kohlenhydratreduzierte Ernährung. Eine Ernährungsumstellung aus gesundheitlichen Gründen sollte ergänzend zum Coaching immer in Rücksprache oder ggf. auch in Begleitung eines Arztes durchgeführt werden.

Menschen mit Migräne oder Kopfschmerzen

Migräne oder Kopfschmerzen können vielerei Ursachen haben. Häufig liegt aber auch hier eine Störung im Glucosestoffwechsel vor und vielen Betroffenen hilft eine strenge, kohlenhydratarme und fettbetonte Ernährungsweise. Eine Ernährungsumstellung aus gesundheitlichen Gründen sollte ergänzend zum Coaching immer in Rücksprache oder ggf. auch in Begleitung eines Arztes durchgeführt werden.

Epileptiker

Bereits vor knapp 100 Jahren wurde die ketogene Ernährung (eine stark kh-reduzierte, fettbetonte Ernährungsform, bei der der Körper sich dauerhaft im Fettstoffwechsel befindet) zur Behandlung von Epilepsie angewendet. Mit der Einführung von Medikamenten (Antiepileptika) verlor diese aber zunehmend an Bedeutung. Da die Medikamente aber oft Nebenwirkungen haben und bei einigen Betroffenen nicht wirken, gewinnt die ketogene Ernährung heute wieder an Bedeutung. Studien an Erwachsenen zeigen teils erstaunliche Erfolge1. Eine Ernährungsumstellung aus gesundheitlichen Gründen sollte ergänzend zum Coaching immer in Rücksprache oder ggf. auch in Begleitung eines Arztes durchgeführt werden.

Menschen mit Krebs

Schon vor 100 Jahren gab es Experimente an Tieren mit fettreicher und kohlenhydratarmer Ernährung, um den Einfluss auf das Tumorwachstum zu erforschen. Es stellte sich heraus, dass eine streng kohlenhydratarme und fettbetonte Ernährung das Wachstum von Tumoren bremst2.

Der Stoffwechsel bei Tumorkranken läuft anders ab als der gesunder Menschen. Krebskranke Menschen können Zucker oft nicht gut verwerten und Tumore zeigen einen hohen Verbrauch an Glucose – sie gewinnen daraus bevorzugt Energie. Sogar das in Muskeln enthaltene Eiweiß wird durch den hohen Bedarf zur Glucose-Neubildung herangezogen. Dies schwächt den Betroffenen zusätzlich, da er rasant Muskelmasse verliert.

Der Körper eines Tumorpatienten kann durch eine Umstellung auf den Fettstoffwechsel Ketonkörper zur Energiegewinnung heranziehen und gleichzeitig den Krebszellen „Futter“ entziehen – denn diese können mit den Ketonkörpern nichts anfangen. Deshalb profitieren Krebspatienten therapiebegleitend von einer ketogenen Ernährung mit geringem KH- und hohem Fettanteil. Die Auszehrung des Körpers wird dadurch reduziert oder im besten Falle sogar aufgehalten. Eine Ernährungsumstellung aus gesundheitlichen Gründen sollte ergänzend zum Coaching immer in Rücksprache oder ggf. auch in Begleitung eines Arztes durchgeführt werden.

Menschen mit Reizdarm und Magen-Darm-Problemen

Betroffene verbringen oft Jahre oder sogar Jahrzehnte damit, den Ursachen für ihre Verdauungsprobleme wie Übelkeit, Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Schmerzen, Krämpfe, Sodbrennen usw. auf die Spur zu kommen. Wenn in Frage kommende Krankheiten ausgeschlossen werden können, kann die Darmgesundheit mithilfe einer angepassten, individuell entwickelten Ernährung positiv beeinflusst werden, wie das Beispiel meiner Klientin Frau Gösl zeigt. Eine Ernährungsumstellung aus gesundheitlichen Gründen sollte ergänzend zum Coaching immer in Rücksprache oder ggf. auch in Begleitung eines Arztes durchgeführt werden.

 

Menschen mit Alzheimer und Demenz

Dass es sich beim Diabetes Typ-2 um eine ernährungsbedingte Erkrankung handelt, ist wissenschaftlich belegt. Immer häufiger liest man inzwischen im Zusammenhang mit Alzheimer nun vom Diabetes Typ-3, eine Bezeichnung, mit dem Forscher die Alzheimer-Erkrankung benennen. Grund dafür ist unter anderem, dass das Gehirn bei Menschen mit Alzheimer insulinresistent ist3.

Wie beim Diabetes auch ist es hier ebenfalls sinnvoll, den Blutzuckerspiegel durch richtige Ernährung konstant zu halten. Eine Ernährungsumstellung aus gesundheitlichen Gründen sollte ergänzend zum Coaching immer in Rücksprache oder ggf. auch in Begleitung eines Arztes durchgeführt werden.

Menschen mit Herzkreislauferkrankungen

Bei vielen Beschwerdebildern fehlt es noch an Studien, die beweisen, dass eine kohlenhydratarme, fettbetonte Ernährung vorteilhaft ist. Aber auch hier ist Bewegung zu verzeichnen, wie z.B. der Kardiologenkongress 2017 in Davos, Schweiz zeigt. In einer aufsehenerregenden Rede hat der Präsident der World Heart Federation (WHF), Professor Salim Yusuf z.B. geäußert, dass es keine wissenschaftliche Grundlage für die Reduzierung gesättigter Fette in der Nahrung gibt. Er beruft sich dabei auf vorläufige Ergebnisse der PURE-Studie (Prospective Urban and Rural Epidemiological Study). Nach seiner Erkenntnis steigt das Risiko für Herzkreislauferkrankungen, wenn der Energieanteil in der Nahrung aus mehr als 55% Kohlenhydraten besteht. Fett dagegen schütze das Herz, so Yusuf.4 Eine Ernährungsumstellung aus gesundheitlichen Gründen sollte ergänzend zum Coaching immer in Rücksprache oder ggf. auch in Begleitung eines Arztes durchgeführt werden.

Menschen mit Arteriosklerose

Arteriosklerose, bei der die Arterien durch krankhafte Veränderungen der Gefäßwände zunehmend enger und steifer werden, kann Herzinfarkt und Schlaganfall auslösen. Übergewicht, Bluthochdruck und Stress gehören mit zu den Risikofaktoren. Diese Faktoren können mit einer Low Carb–Ernährung sowie einem Stressmanagement gesenkt werden. Eine Ernährungsumstellung aus gesundheitlichen Gründen sollte ergänzend zum Coaching immer in Rücksprache oder ggf. auch in Begleitung eines Arztes durchgeführt werden.

Menschen mit Fibromyalgie

Laut Dr. med. R. Paul St. Amand handelt es sich bei der Fibromyalgie um eine genetische Erkrankung, die einen Zellenenergiemangel zur Folge hat. Sämtliche Körperzellen sind betroffen und liefern deshalb ein äußerst komplexes Beschwerdebild. Nahezu 75% der Betroffenen leiden nach Dr. St. Amand zusätzlich an einer Unverträglichkeit auf Kohlenhydrate und profitieren deutlich von einer kohlenhydratarmen Ernährung, wenn sie richtig formuliert ist5. Eine Ernährungsumstellung aus gesundheitlichen Gründen sollte ergänzend zum Coaching immer in Rücksprache oder ggf. auch in Begleitung eines Arztes durchgeführt werden.

Menschen mit vielerlei gesundheitlichen Beschwerden

Ob bei Ohrenjucken, Atemnot, Hautreizungen, Bauchdrücken, ständigem Niesen, immer wiederkehrenden entzündlichen Erkrankungen und Infekten oder auch Erschöpfungszuständen und vielem mehr: eine Umstellung auf kohlenhydratarme Ernährung bringt oft überraschende Veränderungen und Verbesserungen der unterschiedlichsten Symptome hervor. Immer dann, wenn man als Betroffener schulmedizinisch nicht weiter kommt, kann ein Versuch mit einer kohlenhydratreduzierten Ernährung lohnenswert sein. Eine Ernährungsumstellung aus gesundheitlichen Gründen sollte ergänzend zum Coaching immer in Rücksprache oder ggf. auch in Begleitung eines Arztes durchgeführt werden.

 

besser Fett als Eiweiss erhöhen

Besser Fett als Eiweiß erhöhen

Proteine sind lebenswichtig, sie sind die „Bausteine“ unseres Körpers. Manche Proteine (bestimmte Aminosäuren) sind sogar essentiell. Das heißt, der Körper kann sie nicht selbst herstellen und ist auf eine Zufuhr über die Nahrung angewiesen. Generell sollte man den Eiweißanteil bei einer Low Carb – Ernährung jedoch moderat halten, denn es kann auch ein „Zuviel“ an Eiweiß geben. Sind die Nieren z.B. durch zu hohen Blutdruck oder Diabetes bereits geschädigt, gilt dies im Besonderen. Eine kranke Niere sollte möglichst wenig mit dem Abbau von Eiweißen bzw. Eiweißresten belastet werden, um den Anstieg von Substanzen wie Harnstoff, Harnsäure oder Kreatinin, die normalerweise über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden werden, zu vermeiden. Auch bei Rheuma, Krebs oder Autoimmunerkrankungen ist es ratsam, eher den Fettanteil zu erhöhen als das Protein.

 

Quellenangaben:

  1. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20937568, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25355830
  2. Prof. Kämmerer | Dr. Schlatterer | Dr. Knoll: Krebszellen lieben Zucker-Patienten brauchen Fett. Systemed, 2015, S. 12
  3. https://www.alzheimer-forschung.de/alzheimer-krankheit/aktuelles.htm?showid=3700
  4. https://www.youtube.com/watch?v=oTLeP9viV9M
  5. Dr. med. R. Paul St. Amand | Claudia Marek: Die revolutionäre Behandlungsmethode, durch die man vollständig von Beschwerden frei werden kann. Books on Demand GmbH, 2009, S. 96 ff